Eine Harzreise
An einem sonnigen Samstagmorgen versammelten sich 38 erwartungsfrohe
Lufthanseaten und Anhang an der Bushaltestelle in der Kölner Innenstadt.
Und schon kam der Bus, gesteuert von unserem bereits bekannten Busfahrer Danilo,
der uns die nächsten drei Tage sicher durch ein auch für ihn unbekanntes Gebiet
chauffierte. Nach einer kurzen Pause an einer Autobahnraststätte erreichten wir
gegen Mittag Goslar, wo in einem Gasthof bereits das Mittagessen auf uns wartete.
Gut gestärkt ging es anschließend weiter nach Wernigerode, wo wir unser Hotel bezogen.
Kaum angekommen, erwarteten uns schon zwei Stadtführerinnen, und los ging
es durch die malerische Altstadt von Wernigerode. Dieses Städtchen hat den Krieg
ziemlich unversehrt überstanden und beeindruckt mit seinen vielen gut erhaltenen
oder liebevoll wiederhergestellten Fachwerkhäusern. Daher ist Wernigerode ein
beliebtes Touristenziel und zugleich ein lebendiger kleiner Ort. Besonders
eindrucksvoll ist das Rathaus mit seinen Türmchen und der Fachwerkfassade.
Nach dem Abendessen im Hotel beendeten gut gelaunte Lufthanseaten den Abend
an der Hotelbar.
Am nächsten Morgen stand der Gipfelsturm auf dem Programm. Mit dem Bus fuhren
wir zum nahegelegenen Bahnhof der Brockenbahn. Das ist eine Schmalspurbahn,
die sich mit vielen Windungen bis zum Gipfel des Brocken (1141 m) hinaufquält.
Die Brockenbahn existiert seit 1898 und ist nach Unterbrechungen 1991 wieder in
Betrieb genommen. Für uns war ein eigener Waggon reserviert. So konnten wir
ganz entspannt die Fahrt durch Wälder und Heideflächen, das Schnaufen der
Dampflokomotive und das historische Ambiente des altertümlichen Waggons
genießen. Je näher wir unserem Zielbahnhof kamen, desto schlechter wurde
allerdings das Wetter. Kälte, Sturm, Regen und Nebel empfingen uns.
Typisches Brockenwetter eben. So verbrachten wir unseren Aufenthalt
auf dem Gipfel hauptsächlich in einer historischen Gaststätte.
Nach der Rückfahrt mit der Bahn wartete unser Bus bereits am Bahnhof auf uns.
Das Wetter war hier unten auch wieder deutlich freundlicher und so fuhren wir noch
zum Harzer Baumkuchenhaus. Diese Gaststätte hatte die Gestalt eines
Baumkuchens und es gab selbstverständlich den namensgebenden Baumkuchen zu
essen. Auch wurde noch reichlich Baumkuchen für die Heimfahrt und als Souvenir
eingekauft. Nach dem Abendessen im Hotel ließen wir auch diesen ereignisreichen
Tag selbstverständlich an der Hotelbar ausklingen.
Am nächsten Tag mussten wir schon wieder auschecken und dann fuhren wir nach
Quedlinburg dem UNESCO Welterbestädtchen.
Auch hier erwarteten uns bereits die Stadtführerinnen. Dieser Ort hat sein Gütesiegel
vollkommen verdient.
Eine große Fülle gut erhaltener Fachwerkhäuser mit reichen Verzierungen und
Schnitzereien, bunten Türen und blumengeschmückten Fenstern bot uns einen
atemberaubenden Anblick. Nach der Führung blieb noch Gelegenheit zu einer
Einkehr in eine der Außengastronomien auf dem gut besuchten Marktplatz.
Dann neigte sich unsere Reise schon wieder dem Ende zu. Danilo fuhr uns
unerschütterlich und ganz ruhig nach Köln zurück. Am Ende waren alle einer
Meinung. Eine wunderschöne Reise aber leider viel zu kurz.
Text: Wolfgang Becker
