Führung Odonien

Ein Besuch in Odonien

Dat jitt et nur in Kölle – nämlich ein Land namens Odonien. Regent dieses kleinen Landes ist der Künstler Odo Rumpf, daher der Name. Einige Lufthanseaten hatten die Gelegenheit, dieses Land unter kompetenter Führung zu erkunden. Es liegt unscheinbar zwischen zwei Eisenbahndämmen in einer eher zwielichtigen Gegend Kölns. Odo Rumpf hat eigentlich Maschinenbau studiert, daher seine Vorliebe für die Verarbeitung von Schrott zu außergewöhnlichen Metallskulpturen. Das Gelände ist vollgestellt mit vielen Sammelobjekten. Dazu gehören mehrere Trabbis und alte Autobusse, die als Dancefloor oder aber auch als Toiletten dienen. Ein Highlight ist die Skulptur „Die Welle“ aus einem Flugzeugtriebwerk. Eine senkrecht stehende Turbinenwelle mit angeschweißten Triebwerksschaufeln. Diese Kunstwerk war ein Geschenk an unseren ehemaligen CGN VV Herbert Culmann und wurde uns von dessen Sohn zur Verfügung gestellt. Odo Rumpf hat es dankend angenommen und hat noch Großes damit vor.

Das Gelände hat Odo Rumpf vor 20 Jahren vonn der Bundesbahn gemietet und sollte ursprünglich nur als sein Freiluftatelier dienen. Mittlerweile hat es sich zu einem multifunktionalen Ort entwickelt. Es ist Veranstaltungsort für Kultur. und Clubprogramme, riesiger Skulpturenpark, Fundstücklager, Biergarten und Kulturtreff, Aktionsbühne und Marktplatz Werkstatt und Veranstaltungsort für Technopartys. Besonders beindruckt hat uns die Tatsache, dass die Musikanlage dafür mehr als 10.000 Watt braucht und die Partyzeit von 23 Uhr bis 8 Uhr geht. Es herrschen strenge Regeln. Dealen ist verboten und gekifft darf nur ganz unauffällig in zurückgezogenen Ecken werden. Auf die Frage unserer Kollegin Margot, ob auch wir diese Partys besuchen dürften, meine unser Guide prinzipiell ist jeder willkommen. Jedoch ist noch nie ein Besucher über 55 Jahren gesichtet worden. Enttäuschend !!

Odo Rumpf ist 65 Jahre alt und hat noch viel vor. Er hat die Philosophie, dass das Dinge es nicht verdient haben, achtlos weggeworfen zu werden. Deswegen erweckt er sie zu neuem Leben und gibt ihnen eine zweite Chance. Er macht aus einem Schiff ein Baumhaus, seine Figuren bewegen sich, leuchten oder spucken sogar Feuer. Auf dem Gelände finden aber auch Theateraufführungen, Open-Air- Kinovorführungen oder sogar Kettcar-Rennen und Roboterfestivals statt. Odonien ist mittlerweile international bekannt und zieht Besucher aus der ganzen Welt an und ist Treffpunkt der freien Kunstszene.

Auf jeden Fall waren wir von der Führung schwer beeindruckt. Man betritt das Gelände und sieht nur Schrott. Und dann betrachtet die Dinge mit ganz anderen Augen. Sie haben Namen wie Mutationen, Zeitreisende oder Dinosaurier. Odo Rumpf verkauft auch seine Skulpturen. Man sollte sie sich aber genau aussuchen. Die meisten dürften für ein normales Wohnzimmer etwas überdimensioniert sein. Ein Besuch von Odonien ist allemal empfehlenswert. Man ahnt gar nicht dass sich in dieser unscheinbaren Ecke Köln ein wahres Wunderland verbirgt und der Entdeckung harrt.

Text: Wolfgang Becker