Rote Funken

Führung durch die Ülepooz (Ulrepforte)

Da in Kölle dat janze Jahr ein bisschen Karneval ist, kamen wir auf die Idee,
die Roten Funken außerhalb der Session in ihrem Vereinsheim,
der „Ülepooz“ zu besuchen.

Die Roten Funken, offiziell Kölsch Funke rut-wieß vun 1823 e.v.,
sind das älteste Traditionskorps im Kölner Karneval. Sie betrachten sich
 als die satirische Neuauflage des ehemaligen städtischen Wachkorps,
 das für die Sicherheit in Köln zuständig war.

Bei einem leckeren Kölsch erzählten uns 3 Funken mit ihren „Krätzjen“,
eine Art Schiffchen als Kopfbedeckung, von ihrem traditionsreichen Corps.
Wenn man Mitglied werden möchte, muss man erst eine 2jährige Hospitanz 
durchlaufen und zwei Bürgen haben, bevor man aufgenommen wird.

Es gibt strenge hierarchische Regeln innerhalb der Truppe, aber um die 
Kameradschaft besser pflegen zu können, muss jedes neue Mitglied
sich für eine Abteilung, sogenannte Knubbel entscheiden.
Es gibt vier Knubbel:
Streckstrump /Strickstrumpf, Öllig /Zwiebel), der Dopp/Kreisel für Kinder,
Stoppe  (Sektkorken)

Zu Umzügen, Veranstaltungen und Sitzungen treten die Roten Funken aber
 in großer Gemeinschaft auf, auch um auch ihren legendären „Stippeföttchendanz“ vorzuführen.
Die einzige Frau die bei diesem Männerhaufen zugelassen und verehrt wird,
ist das Funkemariechen, welches mit seinem Tanzoffizier auf den Sitzungen
den Funkentanz präsentieren.

Nach dem 2.Weltkrieg wurde die Ulreforte von vielen fleißigen Händen entschuttet 
und von der Stadt Köln den Funken in Erbbaupacht überlassen.

So wurde die „Ülepooz“ – Eulenforte, das Wohnzimmer der Funken.
In den vergangenen Jahrzehnten wurde sie - stets unter den Augen des Denkmalschutzes - 
umfassend umgebaut und restauriert 
In dem Turm sind das Archiv, die Kleiderkammer und Nähstube untergebracht.
Von ganz oben hat meinen herrlichen Blick über Köln.

Nach dem weiteren Umbau in 2022 bietet sie jetzt in ihren neuen Räumen eine 
perfekte Eventlocation mit historischem Charme.
Ein Highlight ist das romantische Trauzimmer im Turm.
Die Kombination aus traditionsreicher Funken-Geschichte und historischem
Gebäude macht es zu einem lebendigen Stück kölscher Kultur.

Margot Ritter